Die Geschichte der Hexen zu Bühlertal

Der Hexenbrunnen am Schartenberg ist das Einzige, was heute noch auf eine Geistesverwirrung des Mittelalters hinweist, die auch im Amte Bühl und in unserem schönen Bühlertal seine Opfer forderte.

 

In der Zeit vom 3.Oktober 1628 bis zum 13.Oktober 1629, wurden im Amte Bühl 27 Frauen, davon 5 aus Bühlertal, nach Folter zum Feuertode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.  

Hexenmerkmale wie Hinkebein, Warzen, Muttermale, Klumpfuß, extreme Hässlichkeit, oder ebenso außerordentliche Schönheit, aber auch Unglück im Stalle, Krankheit in der Familie, Unwetter und Gleiches, machten leichtes Spiel daraus, in den Verdacht der Hexerei zu geraten.

 

Wurde ein Verdacht gehegt, folgte bei Nacht die Festnahme, Verhandlung und das Malefizgericht trat in Funktion. Der gütlicher Befragung, die natürlich keinen Erfolg hatte, folgte Folter in immer steigenden Maße bis hin zum Geständnis.

Die Geständigen gaben zu, ein Bündnis mit dem Teufel begangen zu haben, ebenso Schadenszuführung für Mensch und Tier, böses Wetter gemacht zu haben, Missbrauch des heiligen Abendmahles und dergleichen.

Oft waren nach Ansicht der Leute damals die Hexen daran Schuld, dass das von Ihnen gemachte Wetter den ganzen Herbst vernichtete.

 

Am 1.Dezember 1628 wurde Katharina Haas, Rumpfens Frau als Hexe auf dem Scheiterhaufen zu Bühl verbrannt, nachdem Sie unter Folter gestand:

 

Unser lieb Frau ging über Land, führt ihren herzliebsten Sohn an der Hand.

Sah ihrem herzliebsten Sohn über die Achsel hinein,

Oh herzliebster Sohn wie zieht dort drüben ein schweres Wetter herein.

Zieht ab deine Wand, deck es dem armen Mann über die Saat, deck es über das rote Meer, dass Gott der Herr Hagel und Wind Wehr.

Segen Gott den Hagel dreiheilige Stupfelnagel bei Gott dem Herrn in Händ und Füß sind geschlagen.

Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und des Teufels Namen.

 

Besagte Orte in Bühlertal an denen Hexenzusammenkünfte, Hexentänze und Teufelshochzeiten stattfanden, waren nach Aussagen der Verurteilten:

Schartenberg, Klotzberg, Hungerberg, Wintereck, Immenstein und die Laube.

 

In der Nacht zum 1.Mai hielt der Teufel besonders Hofe. Die Hexen ritten in dieser Nacht auf Besen und Böcken zum Teufel, um ihm auf seinem Throne zu huldigen. Sie umtanzten ihn und küssten ihn auf die Fortsetzung seines Rückgrates. Sie empfingen dann ihre Hexenmahlzeit und zogen sich zusammen mit Buhlteufeln in den Wald zurück. Erst im Morgengrauen ritten sie wieder heimwerts.

 

Nach Beendigung der Geständnisse, wurden die Aussagen in Gegenwart von sieben Ortsbürgern vorgelesen, bestätigt und das Urteil, der sichere Tod auf dem Scheiterhaufen, verkündet.

 

Auf diese geschichtlich bestätigten Niederschriften, bezog sich im Jahre 1984 die Gründung der Hexenzunft, die im November des selben Jahres im Gasthaus Linde in Balzhofen ins Leben gerufen wurde.

Am 19.06.1985 wurde der Verein offiziell in das Vereinsregister eingetragen und trägt seit diesem Tage den Namen:

 

Hexenzunft Schwarzwaldhexen Bühlertal e.V.

 

Liewe Lit des isch us unsere Sicht - unsre Entstehungsgschicht

 

 

Zunftstube: Schulstrasse 2         77830 Bühlertal / Baden

schwarzwaldhexen1984@web.de

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© Marko Spies